Teneriffa im November: Wetter im Norden und Süden

Teneriffa im November: 24 Grad im Süden, 21 im Norden, Calima — und warum der Mietwagen hier kein Luxus ist, sondern das Werkzeug gegen die Wolken.

Der schneebedeckte Teide über einem dunklen Kiefernwald an einem bewölkten Tag im Norden Teneriffas

Teneriffa im November ist nicht ein Reiseziel, sondern zwei. Im Süden sind es rund 24 Grad und sechs bis sieben Sonnenstunden, im Norden 21 Grad und deutlich mehr Wolken — am selben Tag, auf derselben Insel, eine gute Autostunde auseinander. Wer das vor der Buchung weiss, hat den wichtigsten Teil der Reiseplanung erledigt. Wer es nicht weiss, sitzt unter Umständen eine Woche unter einer Wolkendecke und wundert sich über die Reiseprospekte.

Teneriffa im November: die Zahlen für Nord und Süd

Im Süden — Costa Adeje, Los Cristianos, Playa de las Américas — liegen die Tagestemperaturen meist um 24 Grad, mit sechs bis sieben Sonnenstunden täglich. Das reicht für einen echten Badeurlaub; das Meer hat noch um die 22 Grad.

Im Norden — Puerto de la Cruz, La Orotava, das Anaga-Gebirge — sind es rund 21 Grad bei etwa fünf Sonnenstunden, mit häufigerem Niederschlag. Die grüne Vegetation dort ist der sichtbarste Beweis: Wo alles grün ist, regnet es auch.

Was in beiden Fällen gilt: Tage ganz ohne Sonne sind auf Teneriffa nahezu ausgeschlossen. Der November ist wolkenreicher als der Sommer, aber die Beständigkeit bleibt hoch. Es ist keine mitteleuropäische Novembergrauzone.

Warum das so ist — und warum es Ihre Reiseplanung bestimmt

Der Grund ist der Passatwind. Er weht fast ganzjährig aus Nordosten, staut sich an den Nordhängen der Insel und regnet sich dort ab. Der Süden liegt im Windschatten und bleibt trocken.

Das ist keine Wetterlaune, sondern die Grundordnung der Insel, und daraus folgt die wichtigste praktische Konsequenz dieses Textes: Auf Teneriffa entscheidet nicht der Monat über Ihr Wetter, sondern Ihr Standort — und ein Auto macht den Standort verhandelbar.

Dazu kommt die dritte Klimazone, die Höhe. Der Teide misst über 3.700 Meter, und die Passstrasse hinauf durchquert mehrere Vegetationsstufen. 24 Grad an der Küste und einstellige Werte im Nationalpark sind im November normal, Schnee auf dem Gipfel ab Dezember ebenfalls.

Die Calima: die Variable, die in keiner Klimatabelle steht

Mehrmals im Jahr zieht eine Luftmasse mit Saharastaub über die Kanaren. Die Calima hebt die Temperatur deutlich an — an der Küste sind dann 28 oder 30 Grad möglich —, senkt die Sichtweite und legt einen gelblichen Film über alles, den Mietwagen eingeschlossen.

Was Sie darüber wissen sollten: Eine Episode dauert meist ein bis drei Tage, sie kann in jedem Monat auftreten, und sie ist kein Grund, einen Reisetermin zu meiden. Sie erklärt aber, warum eine einzelne Woche völlig anders ausfallen kann, als der Monatsdurchschnitt verspricht — und warum der Teide an manchen Tagen von der Küste aus schlicht unsichtbar ist.

Der Teide im November — und was sich 2026 geändert hat

Der November ist eine gute Zeit für den Nationalpark: die Sommerhitze ist weg, Schnee gibt es meist noch nicht, und die Luft ist an klaren Tagen ausserordentlich durchsichtig.

Eine Regeländerung sollten Sie allerdings kennen, weil sie neu ist und in vielen Reiseführern noch falsch steht. Der Eintritt in den Nationalpark bleibt kostenlos — Parkstrasse, Roques de García, Talstation der Seilbahn, alles frei zugänglich. Aber seit dem 1. Januar 2026 ist die frühere kostenlose Genehmigung für das letzte Stück zum Krater durch eine kostenpflichtige Buchung ersetzt: betroffen sind die Routen 7 (Montaña Blanca bis La Rambleta) und 10 (Telesforo Bravo). Für Besucher von ausserhalb der Kanaren liegt die Gebühr je nach Route und Tag etwa zwischen 10 und 25 Euro.

Praktisch heisst das: Wenn der Gipfel auf Ihrer Liste steht, buchen Sie vor dem Abflug. Die Kapazität war schon vorher begrenzt, jetzt kommt ein Bezahlschritt dazu. Und rechnen Sie damit, dass die Seilbahn bei starkem Wind kurzfristig schliesst — die Entscheidung fällt am selben Morgen.

Oktober, November oder Dezember

  • Oktober: der wärmste der drei, Wasser bei 23-24 Grad, Insel noch gut gefüllt.
  • November: der Preis-Leistungs-Monat. Mildes Wetter, wenig Betrieb, niedrige Mietwagen- und Hotelpreise, keine Parkplatzsuche.
  • Dezember: Wintersonne-Hochsaison, aber gespalten. Bis etwa zum 20. ruhig und günstig, danach kommen die Mitteleuropäer und Preise wie Auslastung ziehen deutlich an.

Wer den Vergleich zu einer anderen Novemberinsel sucht: Zypern im November liegt bei ähnlichen 22 Grad, hat aber Linksverkehr und einen längeren Flug; Mallorca im November ist kühler und näher, mit 15-20 Grad und offenen Bergstrassen.

Mit dem Auto auf Teneriffa: was zählt

Der Mietwagen ist hier kein Komfort, sondern das Werkzeug gegen die Wolken. Ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte:

  • Keine Maut. Auf den Kanaren gibt es keine gebührenpflichtige Strasse, und der Kraftstoff ist wegen des Steuerregimes der Inseln deutlich günstiger als auf dem spanischen Festland.
  • Die Autobahnen TF-1 (Süden) und TF-5 (Norden) sind gut ausgebaut. Zwischen Süd und Nord ist man in gut einer Stunde.
  • Bergstrassen dauern doppelt so lange, wie das Navi sagt. Das gilt für die Auffahrt zum Teide, für Anaga und erst recht für Teno.
  • Die Strasse nach Masca ist eng, steil und wird in vielen Mietverträgen ausdrücklich erwähnt. Sie ist asphaltiert und damit versichert — aber dort verlieren Aussenspiegel ihr Leben.
  • Unbefestigte Wege sind vom Versicherungsschutz ausgenommen, auch mit Vollkasko. Das betrifft die Schotterzufahrten in Teno und Anaga genauso wie Cofete auf Fuerteventura.

Ob sich eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung rechnet, hängt vom Aufpreis ab — auf einer Insel mit engen Bergstrassen ist die Wahrscheinlichkeit eines kleinen Schadens aber höher als am Ballermann. Und die Kaution fällt bei kanarischen Vermietern erfahrungsgemäss spürbar aus.

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Was man im November auf Teneriffa macht

  • Süden: baden, Whale Watching vor Los Gigantes (ganzjährig, im November mit ruhiger See), Siam Park.
  • Norden: La Laguna und Garachico, das Orotava-Tal, die Lorbeerwälder von Anaga — im November grün und ohne Reisebusse.
  • Höhe: Nationalpark, Roques de García, Sternenhimmel. Teneriffa hat einen der dunkelsten Nachthimmel Europas, und im November sind die Nächte schon lang genug dafür.
  • Küstenwanderungen im Teno-Gebirge, die im Sommer wegen der Hitze unangenehm sind.

Teneriffa im November funktioniert nach einer einzigen Regel: Der Monat ist gut, die Region entscheidet. Wer im Süden bucht, bekommt Badewetter; wer im Norden bucht, bekommt Landschaft und mehr Wolken; und wer ein Auto hat, bekommt beides und kann morgens entscheiden, welches davon.

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Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf Teneriffa im November?
Es hängt davon ab, wo Sie stehen. Im Süden liegen die Tageswerte meist um 24 Grad bei sechs bis sieben Sonnenstunden — dort ist Badeurlaub im November realistisch. Im Norden sind es rund 21 Grad bei etwa fünf Sonnenstunden, mit deutlich mehr Wolken und Regen. Tage komplett ohne Sonne sind auf der Insel aber nahezu ausgeschlossen.
Warum ist der Norden Teneriffas kühler und wolkiger?
Wegen des Passatwinds. Er kommt aus Nordosten, staut sich an den Nordhängen der Insel und regnet sich dort ab — daher ist der Norden grün und der Süden trocken. Es ist kein Zufall und keine Pechsträhne, sondern die feste Wetterlage der Insel. Genau deshalb lohnt sich ein Mietwagen hier mehr als anderswo.
Was ist die Calima und wann kommt sie?
Eine Luftmasse mit Saharastaub, die mehrmals im Jahr über die Kanaren zieht. Sie hebt die Temperatur deutlich an — an der Küste sind dann 28 oder 30 Grad möglich —, senkt die Sichtweite und legt einen gelblichen Schleier über alles, auch über Ihren Mietwagen. Ein Episode dauert meist ein bis drei Tage und kann in jedem Monat auftreten.
Braucht man auf Teneriffa im November einen Mietwagen?
Wenn Sie nicht auf eine Region festgelegt sein wollen, ja. Nord und Süd haben am selben Tag unterschiedliches Wetter und liegen etwa eine Stunde auseinander. Mit dem Auto fahren Sie dem Sonnenschein hinterher statt darauf zu hoffen. Dazu kommt: Im November liegen die Mietpreise deutlich unter der Hochsaison und Parkplätze sind kein Thema.
Braucht man für den Teide-Gipfel noch eine Genehmigung?
Seit dem 1. Januar 2026 ist die frühere kostenlose Genehmigung durch eine kostenpflichtige Buchung ersetzt worden. Betroffen ist nur das letzte Stück zum Krater — die Routen 7 (Montaña Blanca bis La Rambleta) und 10 (Telesforo Bravo). Für Besucher von ausserhalb der Kanaren liegt die Gebühr je nach Route und Tag etwa zwischen 10 und 25 Euro. Der Eintritt in den Nationalpark selbst bleibt frei.
Teneriffa im Oktober, November oder Dezember?
Oktober ist am wärmsten, mit Wassertemperaturen um 23-24 Grad. November ist der Preis-Leistungs-Monat: mildes Wetter, wenig Betrieb, niedrige Preise. Dezember ist Wintersonne-Hochsaison, vor allem ab etwa dem 20. — davor ist es ruhig und günstig, danach kommen Mitteleuropäer in Scharen und die Preise ziehen spürbar an.

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