Maut in Spanien: Wo du 2026 noch zahlst

Maut in Spanien 2026: welche Autobahnen kostenlos sind, wo du noch zahlst, wie du bezahlst und welche Umweltzonen Mietwagenfahrer kennen müssen.

Küstenautobahn AP-7 entlang der spanischen Mittelmeerküste mit einem Mietwagen bei Sonnenuntergang

Wer in Spanien einen Mietwagen über die Autobahn bewegt, zahlt heute weniger Maut als noch vor fünf Jahren. Im September 2021 fielen rund 500 Kilometer ehemalige Mautstrecken weg, weil der Staat auslaufende Konzessionen nicht verlängerte. Das macht einen Roadtrip von der Costa Brava bis nach Andalusien spürbar günstiger, als es Deutsche aus Frankreich oder Portugal gewohnt sind. Komplett verschwunden ist die Maut aber nicht – ein paar Strecken kosten weiterhin, und die teuerste Falle für Urlauber hat mit Maut gar nichts zu tun.

Spanien fährt rechts – und meist mautfrei

In Spanien herrscht Rechtsverkehr, genau wie zu Hause. Kein Umgewöhnen wie in England oder Irland: Lenkrad links, vertraute Vorfahrt, Kreisverkehre gegen den Uhrzeigersinn.

Bei der Maut hilft ein Blick auf den Straßennamen, denn er verrät meistens schon, ob du zahlst:

  • Autovías (A-Straßen) wie die A-7 entlang der Küste oder die A-3 von Madrid nach Valencia sind immer kostenlos. Sie tragen den Großteil des spanischen Fernverkehrs.
  • Autopistas (AP-Straßen) waren historisch die Mautautobahnen. Hier liegt die Veränderung der letzten Jahre: Viele sind inzwischen gebührenfrei.

Die AP-7 entlang der Mittelmeerküste – früher eine teure Strecke Richtung Valencia und Alicante – ist auf langen Abschnitten zwischen Tarragona und der französischen Grenze seit 2021 mautfrei. Auch die AP-4 zwischen Sevilla und Cádiz kostet seither nichts. Aufpassen solltest du nur in der Provinz Málaga: Dort sind Teile der AP-7 an der Costa del Sol weiterhin gebührenpflichtig. Für die meisten Mittelmeer- und Andalusien-Routen gilt aber: kilometerlang fahren, ohne ein einziges Mal an die Kasse zu müssen.

Wo du in Spanien noch Maut zahlst

Ein paar Strecken kosten weiterhin, und die gehören in die Routenplanung:

  • Katalonien: Rund um Barcelona und Richtung Pyrenäen bleiben Abschnitte gebührenpflichtig, etwa Teile der C-16 mit dem Túnel del Cadí Richtung La Seu d’Urgell und Andorra, dazu die C-32 an der Küste.
  • Baskenland: Rund um Bilbao und San Sebastián gibt es noch Maut, vor allem auf der AP-8 und an einzelnen Tunneln.
  • Tunnel und Bergstrecken: Bauwerke wie der Cadí-Tunnel oder der Túnel de Vallvidrera bei Barcelona haben eigene Gebühren.

Die Beträge liegen meist bei wenigen Euro pro Abschnitt – nichts gegen eine Frankreich-Durchquerung, wo schnell ein zweistelliger bis niedrig dreistelliger Eurobetrag zusammenkommt. Willst du eine Mautstelle umgehen, schlägt das Navi fast überall eine parallele Autovía oder Nationalstraße (N-Straße) vor. Die ist langsamer, führt dafür oft durch die schönere Landschaft.

Wie du an der Mautstation bezahlst

An spanischen Mautstellen (peaje, auf Katalanisch peatge) hast du in der Regel drei Optionen:

  • Karte: Kredit- und Debitkarten werden fast überall genommen – die unkomplizierteste Variante für Urlauber. Such die Spuren mit dem Kartensymbol.
  • Bargeld: Münzen und Scheine gehen ebenfalls, nur nicht an reinen Automatik-Spuren.
  • Via-T: Das spanische elektronische Mautgerät, vergleichbar mit dem französischen Télépéage. Du fährst durch, ohne anzuhalten.

Für ein, zwei Wochen Urlaub lohnt ein eigenes Via-T-Gerät kaum. Frag beim Abholen trotzdem, ob dein Mietwagen schon eines an Bord hat – manche Vermieter bieten es als Extra an und rechnen die Fahrten am Ende über deine Rechnung ab, oft mit kleiner Servicegebühr. Bei nur ein paar Mautstrecken pro Reise fährst du mit Karte günstiger.

Ein Hinweis aus der Praxis: Verwechsle die Via-T-Spuren nicht mit den Bezahlspuren. Fährst du ohne Transponder versehentlich auf die Telematik-Spur, blockierst du dich und alle hinter dir. Achte auf das „T”-Symbol an der Beschilderung und lass diese Spuren ohne Gerät links liegen.

Umweltzonen: die echte Kostenfalle für Mietwagen

Hier wird es teurer als an jeder Mautstation: die Zonas de Bajas Emisiones (ZBE), die spanischen Umweltzonen. Madrid und Barcelona haben großflächige Zonen eingerichtet, in die du nur mit passender Einstufung fahren darfst.

  • In Madrid greift die Zone im weiten Innenstadtbereich rund um den alten Ring.
  • In Barcelona umfasst die ZBE einen großen Teil der Stadt und gilt werktags tagsüber.

Spanien arbeitet mit den distintivos ambientales der DGT – farbigen Plaketten (0, ECO, C, B), die das Fahrzeug nach Schadstoffausstoß einstufen. Moderne Mietwagen tragen fast immer mindestens die grüne C-Plakette und dürfen rein. Trotzdem lohnt beim Abholen ein kurzer Blick, ob die Plakette an der Windschutzscheibe klebt oder der Wagen registriert ist. Ein Bußgeld für die Einfahrt ohne Berechtigung startet in Madrid und Barcelona bei rund 200 Euro – und der Vermieter reicht es samt Bearbeitungsgebühr an dich weiter.

So vermeidest du Ärger in der Stadt

  • Frag den Vermieter konkret nach der Umwelteinstufung, wenn Madrid oder Barcelona auf deiner Route liegen.
  • Stell den Wagen lieber am Stadtrand ab und nimm Metro oder Bus ins Zentrum. Das spart Parkgebühren und das Risiko, versehentlich in eine ZBE zu rollen.
  • Lade dir vorab eine Karte der Umweltzonen aufs Handy – die Grenzen sind nicht überall klar beschildert.

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Routen, bei denen Maut kaum eine Rolle spielt

Weil so viele AP-Strecken gratis geworden sind, lässt sich Spanien heute fast mautfrei durchqueren. Drei Klassiker:

  • Mittelmeerküste: Von der Costa Brava über Valencia bis Alicante bleibst du über A-7 und die freigegebenen AP-7-Abschnitte fast durchgehend gebührenfrei.
  • Andalusien-Runde: Sevilla – Cádiz – Málaga – Granada. Die AP-4 ist kostenlos, die A-Straßen ohnehin.
  • Rund um Madrid: Die großen Radialautobahnen A-1 bis A-6 sind mautfrei. Vorsicht nur bei den privaten Mautringen R-2, R-3, R-4 und R-5 am Stadtrand.

Plan eher einen Tankstopp mehr ein als eine Mautstelle – Sprit ist in Spanien oft günstiger als in Deutschland oder Frankreich. Mit einem kurzen Blick auf die verbliebenen Mautstrecken und die Umweltzonen in Madrid und Barcelona bist du für den Rest des Trips bestens gerüstet.

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Häufige Fragen

Wie viel Maut zahlt man in Spanien?
Deutlich weniger als in Frankreich oder Portugal. Im September 2021 fielen rund 500 Kilometer ehemalige Mautstrecken weg, darunter lange Abschnitte der AP-7 und die AP-4 zwischen Sevilla und Cádiz. Übrig bleiben einzelne Strecken in Katalonien, im Baskenland und ein paar Tunnel, die meist nur wenige Euro pro Abschnitt kosten.
Sind die Autobahnen in Spanien kostenlos?
Die meisten ja. Autovías (A-Straßen) sind immer gratis, und viele Autopistas (AP-Straßen) wurden in den letzten Jahren mautfrei. Gebührenpflichtig sind noch einzelne Strecken, vor allem rund um Barcelona, im Baskenland, an einigen Tunneln und in Teilen der Provinz Málaga.
Wie bezahlt man Maut in Spanien?
An den Mautstationen (peaje) kannst du mit Kredit- oder Debitkarte sowie bar zahlen. Alternativ gibt es das elektronische Via-T-Gerät, mit dem du ohne Anhalten durchfährst. Für einen kurzen Urlaub reicht die Kartenzahlung meist aus.
Brauche ich für Madrid und Barcelona eine Umweltplakette?
Beide Städte haben Umweltzonen (ZBE), in die du nur mit der passenden DGT-Plakette einfahren darfst. Moderne Mietwagen erfüllen das in der Regel, aber frag beim Abholen nach der Umwelteinstufung des Fahrzeugs. Ein Bußgeld startet dort bei rund 200 Euro.
Lohnt sich ein Via-T-Gerät im Mietwagen?
Für ein bis zwei Wochen Urlaub meist nicht, da du nur wenige Mautstrecken passierst. Mit Karte fährst du günstiger. Frag aber, ob dein Mietwagen bereits ein Via-T an Bord hat, falls du häufiger mautpflichtige Abschnitte nutzt.