Maut in Kroatien: Kosten, Bezahlung und die Vignette für Slowenien

Maut in Kroatien mit dem Mietwagen: keine Vignette, sondern Kilometer-Maut. Kosten, Bezahlung, die digitale E-Maut ab 2026 und die Slowenien-Vignette für die Anreise.

Auto auf einer kurvigen Straße durch die kroatischen Berge

Kroatien ist ein Traumziel für den Roadtrip: moderne Autobahnen, eine spektakuläre Adriaküste, überschaubare Distanzen. Nur funktioniert das Mautsystem anders, als viele Deutsche es aus dem Urlaub gewohnt sind. Im Netz kursieren zudem ein paar veraltete Infos, etwa zur Brücke nach Krk. Und wer mit dem Auto über Slowenien anreist, übersieht gern ein wichtiges Detail. Hier der aktuelle Stand für 2026: Autobahngebühren, ENC-Gerät und die Slowenien-Vignette für die Anreise.

Die klassische Anreise aus Deutschland führt durch Slowenien (Vignette!) bis an die kroatische A1 Richtung Zadar, Split und Dubrovnik.

Keine Vignette — Maut nach Kilometern

Anders als in Österreich oder Slowenien gibt es in Kroatien keine Vignette. Stattdessen zahlen Sie nach gefahrenen Kilometern und Fahrzeugklasse: Sie ziehen bei der Auffahrt ein Ticket und zahlen bei der Abfahrt, bar, per Karte oder mit elektronischem Gerät (ENC).

Für die Berechnung zählt die Fahrzeugkategorie: Kategorie I (Pkw bis 1,90 m Höhe, maximal zwei Achsen) zahlt den Grundtarif, höhere Fahrzeuge, Wohnmobile oder Gespanne mit Anhänger fallen in Kategorie II und zahlen spürbar mehr. Ein normaler Mietwagen läuft praktisch immer unter Kategorie I. Wer die exakten Kosten für seine Route vorab wissen will, nutzt den offiziellen Mautrechner des Betreibers HAC (hac.hr): Start- und Zielmautstelle eingeben, fertig. So wissen Sie vorab, was die Fahrt wirklich kostet.

Die Hauptautobahn A1 verbindet Zagreb mit Dalmatien (Zadar, Split) und macht die Küste bequem erreichbar. Grobe Orientierung: rund 8 € pro 100 km für einen normalen Pkw. Konkret: Die Strecke Zagreb–Split kostet rund 26 €; fahren Sie weiter Richtung Dubrovnik bis zur Mautstelle Čarapine, sind es rund 43,90 €.

Reisen Sie über Rijeka Richtung Istrien (etwa nach Rovinj oder Pula), kommt der separate Tunnel-Zuschlag am Učka-Tunnel auf der A8 dazu: rund 4,30 bis 4,50 € pro Pkw, unabhängig von der gefahrenen Strecke. Dieser Tunnel gehört einem anderen Betreiber (Bina Istra) und zählt nicht zur regulären HAC-Kilometermaut.

An den Mautstationen selbst sind die Spuren beschildert: „Gotovina“/CASH für Barzahlung, „Kartice“/CARDS für Kredit- oder Debitkarte. Als Fahrer eines Mietwagens ordnen Sie sich am besten rechts ein. Dort sitzen meist noch Menschen an den Schaltern, falls die Kartenspur mal streikt.

Die Krk-Brücke: längst mautfrei

Ein Detail, das in älteren Reiseführern und Foren noch falsch steht: Die Brücke zur Insel Krk war früher mautpflichtig, je nach Fahrzeugklasse zwischen 21 und 138 Kuna, Kroatiens damaliger Währung. Diese Maut wurde aber bereits am 15. Juni 2020 abgeschafft. Wer heute nach Krk fährt, etwa auf dem Weg zum Flughafen Rijeka oder zu den Stränden der Insel, überquert die Brücke kostenlos. Verlassen Sie sich hier nicht auf alte Blogeinträge oder ausgedruckte Reiseführer von vor 2020.

Lohnt sich das ENC-Gerät?

Das ENC (kroatische elektronische Mauterfassung) lohnt sich vor allem bei längeren Aufenthalten. Das Gerät kostet rund 15 € und bringt einen dauerhaften Rabatt von etwa 21,7 % auf alle Mautgebühren, dazu der Komfort, nicht an jeder Station anhalten zu müssen. Auf der Strecke Zagreb–Split/Dubrovnik würden Sie mit ENC statt 43,90 € nur rund 34 € zahlen. Für einen einwöchigen Urlaub mit wenig Autobahn rechnet sich die Anschaffung meist nicht, für eine ausgedehnte Küstentour schon. Mietwagenfirmen rüsten ihre Fahrzeuge nicht immer serienmäßig damit aus. Fragen Sie bei der Übernahme gezielt nach, ob schon ein Transponder verbaut ist.

Neu: die digitale E-Maut ab 2026

Kroatien stellt sein Mautsystem unter dem Namen „Crolibertas“ ab Herbst 2026 schrittweise auf eine digitale Free-Flow-Maut um. Die klassischen Mautstationen mit Schranken werden dabei nach und nach durch rund 212 Mautportale mit über 1.700 Kameras ersetzt, die Fahrzeuge per Kennzeichenerkennung (ALPR) oder über ein ENC-Gerät identifizieren. Der landesweite Vollbetrieb ist für den 1. März 2027 angekündigt. Für den Sommerurlaub 2026 bleibt auf den meisten Strecken zunächst das gewohnte Ticket-System aktiv, informieren Sie sich also kurz vor der Reise über den aktuellen Stand. Die Umstellung läuft je nach Strecke und Zeitpunkt unterschiedlich schnell an.

Die Slowenien-Vignette für die Anreise

Das ist die eigentliche Falle für alle, die mit dem eigenen Auto anreisen. Führt Ihre Route durch Slowenien (der klassische Weg aus Süddeutschland und Österreich), brauchen Sie auf slowenischen Autobahnen und Schnellstraßen eine Vignette. Die ist inzwischen vollständig digital, kein Klebestreifen mehr, sondern an Ihr Kennzeichen gebunden.

Offizielle Preise 2026 für den Pkw (Kategorie 2A): 16 € für 7 Tage, 32 € für einen Monat, 117,50 € im Jahr. Einige Wiederverkäufer schlagen zusätzlich eine Servicegebühr auf den Grundpreis auf. Kaufen Sie die E-Vignette deshalb direkt über ein autorisiertes Portal (DARS oder ADAC) oder an einer Tankstelle kurz vor der Grenze, nicht erst dahinter, wo die Kontrolle bereits greift.

Wenn Sie den Mietwagen direkt in Kroatien übernehmen (etwa am Flughafen Split oder Zadar), brauchen Sie die Slowenien-Vignette natürlich nicht.

Mietwagen und Grenzübertritte

  • Mindestalter meist 21 Jahre, Kreditkarte für die Kaution.
  • In Kroatien fährt man rechts, wie in Deutschland. Kein Umgewöhnen nötig.
  • Für Bosnien-Herzegowina (der Neum-Korridor durchschneidet die Küste Richtung Dubrovnik) oder Montenegro muss der Mietvertrag den Grenzübertritt ausdrücklich erlauben. Fragen Sie nach der Grünen Versicherungskarte.
  • In Dubrovnik ist die Altstadt autofrei: außerhalb parken, mit dem Auto direkt hineinzufahren bringt nichts.
  • Planen Sie eine lange Küstentour, achten Sie auf unbegrenzte Kilometer im Mietvertrag. Bei einem Kilometerlimit können Maut- und Tunnelkosten den Aufpreis pro Mehrkilometer schnell übersteigen.

Sie können die Mietwagenpreise in Kroatien vergleichen und das Auto am Flughafen Split, Zadar oder Dubrovnik übernehmen. Dann entfällt die Slowenien-Frage ganz.

Kurz zusammengefasst

Die Maut in Kroatien wird nach Kilometern bezahlt, eine Vignette wie in Slowenien gibt es nicht. Noch nicht: Ab Herbst 2026 startet schrittweise die digitale E-Maut „Crolibertas“, der volle Betrieb ab März 2027. Veraltete Warnungen vor einer Maut auf der Krk-Brücke können Sie ignorieren, die ist seit 2020 kostenlos. Der einzige echte Stolperstein ist die Slowenien-Vignette, wenn Sie über Slowenien anreisen. Klären Sie das und den erlaubten Grenzübertritt nach Bosnien oder Montenegro, dann steht der Fahrt entlang der Adria nichts mehr im Weg. Wer viel Autobahn fährt, spart mit dem ENC-Gerät. Reibungsloser geht ein Roadtrip an der Küste der Maut wegen jedenfalls nicht.

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Häufige Fragen

Braucht man in Kroatien eine Vignette?
Nein. Anders als in Slowenien oder Österreich gibt es in Kroatien keine Vignette. Sie zahlen streckenabhängig nach gefahrenen Kilometern: an der Auffahrt ein Ticket ziehen, an der Abfahrt bezahlen — bar, per Karte oder mit ENC-Gerät.
Was kostet die Autobahn von Zagreb nach Split?
Für die reine Strecke Zagreb–Split zahlt ein Pkw rund 26 €. Fahren Sie auf der A1 weiter Richtung Dubrovnik bis zur Mautstelle Čarapine, steigen die Kosten auf etwa 43,90 €. Als Faustregel gilt: rund 8 € pro 100 Autobahn-Kilometer, je nach Fahrzeugklasse.
Muss ich für die Krk-Brücke Maut zahlen?
Nein, nicht mehr. Die Maut auf der Brücke zur Insel Krk wurde bereits am 15. Juni 2020 abgeschafft — vorher kostete die Überfahrt je nach Fahrzeugklasse zwischen 21 und 138 Kuna. Manche ältere Reiseblogs führen die Gebühr noch auf, sie ist aber seit 2020 hinfällig: Die Überfahrt ist heute kostenlos.
Brauche ich für die Anreise nach Kroatien eine Slowenien-Vignette?
Ja, wenn Ihre Route über Slowenien führt. Auf slowenischen Autobahnen ist eine (rein digitale) Vignette Pflicht: 16 € für 7 Tage, 32 € für einen Monat, 117,50 € für ein Jahr (Pkw-Kategorie 2A). Übernehmen Sie den Mietwagen erst in Kroatien, brauchen Sie sie nicht.
Was ändert sich mit der E-Maut ab 2026?
Kroatien stellt sein Mautsystem unter dem Namen „Crolibertas“ ab Herbst 2026 schrittweise auf eine digitale Free-Flow-Maut um: Kennzeichenerkennung per Kamera statt Schranken. Der landesweite Vollbetrieb ist für den 1. März 2027 angekündigt. Bis dahin gilt auf den meisten Strecken weiter das Ticket-System.

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